RLB macht Erneuerbare Energien zum Thema einer Bürgermeisterkonferenz
Thursday, 14 February 2008 10:00
So viele Bürgermeister auf einen Fleck sieht man selten. Knapp 300, von insgesamt 542 steirischen Bürgermeistern, sind am Valentinstag in die Grazer Stadthalle gekommen, um sich zu einer Konferenz über „Erneuerbare Energien“ zu treffen. Eingeladen zur Bürgermeisterkonferenz hat die Raiffeisen-Landesbank Steiermark gemeinsam mit Raiffeisen-Leasing, dem Gemeindesoftwareanbieter CommUnity und dem Steiermärkischen Gemeindebund. Die Veranstaltung selbst fand unter dem Dach der  Raiffeisen Klimaschutz-Initiative statt, jener Plattform in der die Aktivitäten des  Raiffeisensektors im Bereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Ressourcen gebündelt sind. Die Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark ist Teil dieser Klimaschutz-Initiative und hat daher das Jahr 2008 unter das Motto "Erneuerbare Energien" gestellt. Mit einer Reihe von Veranstaltungen will man ein Bewusstsein für diese Energien schaffen und Möglichkeiten in der Praxis aufzeigen.

RLB-Generaldirektor Markus Mair zeigte sich mit dem Besuch der Konferenz äußerst zufrieden. Zu den Beweggründen, warum Raiffeisen als Bank sich des Themas "Erneuerbare Energien" annimmt, sagte er: „Als größte Bankengruppe des Landes haben wir auch einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen. Das in Zukunft größte Problem wird für uns alle die Klimaproblematik sein. Wir wollen mit der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative mithelfen, dieses Problem in den Griff zu bekommen.“ Dass Klimaschutz keine Frage von Parteigrenzen ist unterstrichen auch die beiden für erneuerbare Energien hauptverantwortlichen Landesräte Hans Seitinger (Land-und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Abfallwirtschaft, Wohnbau und Nachhaltigkeit; ÖVP) und Manfred Wegscheider (Sport, Umwelt und erneuerbare Energien; SPÖ). Beide sehen die Zukunft in den erneuerbaren Energien und gehen teilweise mit  persönlichem Beispiel voran. Wie etwa Hans Seitinger, der schon seit 1984 sein Haus  mit Hackschnitzeln heizt.

"Die Sonne strahlt in drei Stunden soviel Energie auf die Erde wie die gesamte Erdbevölkerung in einem Jahr verbraucht."

Eine ganze Reihe von Referenten nahm sich dann bei der Bürgermeisterkonferenz dem Thema Erneuerbare Energien an. Das zentrale Referat hielt Werner Rauscher vom Europäischen Zentrum für erneuerbare Energien in Güssing. Sein Thema: "Wie geht es Mutter Erde - Neues zu globalen Energiefragen". "Die Welt verbraucht pro Tag 10 Millionen Tonnen Erdöl. 12,5 Millionen Tonnen Steinkohle und 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das ist zusammen so viel wie die Natur in 500.000 Tagen oder knapp 1370 Jahren angesammelt hat.", erklärte der Experte drastisch. Dennoch sieht Werner Rauscher das Ende des fossilen Energiezeitalters herauf dämmern. Denn laut Internationaler Energieagentur gehen ab dem Jahr 2007 die Ölnachfrage und das Ölangebot um 2,5 Prozent auseinander. „Mit drastischen Folgen“, wie Werner Rauscher erklärte. „Vor gar nicht allzu langer Zeit prophezeit die Internationale Energieagentur, dass der Erdölpreis 2008 die 100-Dollar-Marke durchbrechen wird. Am 4. Jänner war es soweit. Aber es kommt noch schlimmer. Für 2009/10 erwartet die Agentur einen Anstieg auf 200 Dollar je Barrel. Öl wird für uns zum Luxus“ Als Ausweg sieht Rauscher das Ausweichen auf erneuerbare Energien. Dabei setzt er nicht auf eine bestimmte Art, sondern auf einen Energiemix. Die Hauptrolle dieses Mixes, soll dabei die Solarenergie spielen. "Die Sonne strahlt in drei Stunden soviel Energie auf die Erde wie die gesamte Erdbevölkerung in einem Jahr verbraucht."

Wie und wo erneuerbare Energien in der Praxis schon überall funktionieren, darüber referierten die Bürgermeister von Kapfenberg (Brigitte Schwarz), Mureck (Josef Galler) und Fürstenfeld (Werner Gutzwar). In Kapfenberg etwa wird die Abwärme von Böhler  zum Heizen ganzer Wohnanlagen und des Stadions, inklusive Rasenheizung, verwendet. In Mureck setzt man auf die Produktion von Biodiesel aus Raps und Altspeiseöl, mit dem unter anderem die Busflotte der Grazer Stadtwerke fährt. Und in Fürstenfeld sind Mais und das Thermalwasser Energieträger und drängen Öl und Gas immer mehr in den Hintergrund.

Wie Gemeinden den Umstieg auf erneuerbare Energien finanzieren können, darüber informierte schließlich RLB-Kommerzkundenchef Hans Jauk. Er stellte das Modell "Raiffeisen Public Finance" vor. Das ist ein Finanzierungsprodukt für Gemeinden, das  unter anderem auch für erneuerbare oder alternative Energiemodell verwendet werden kann.